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Zeitschrift für immobilienwirtschaftliche Forschung und Praxis | Ausgabe 14 Sicherheit für Kapitalanleger - Real Equity als Maßstab

Gibt es eine Sicherheit für Kapitalanleger? Dieser Frage geht Univ.-Prof. Dr. jur. habil. Karl-Georg Loritz, Universität Bayreuth, in einem umfänglichen Aufsatz nach. Verschiedene Anlageformen auf der Basis von Kriterien für sichere Kapitalanlagen werden synoptisch untersucht, wobei der Zusammenhang zwischen 'Sicherheit' und der rechtlichen Konstruktion der Anlage ein oft vernachlässigter Aspekt ist. Der Autor stellt in seinem Aufsatz 'Real Equity' als semantisches Synonym für Anlagesicherheit in den Vorder- grund seiner Untersuchungen. Im Ergebnis kommt er zu der Schlussfolgerung, dass durch die Finanzkrise sowohl private als auch institutionelle Anleger wieder die 'Sicherheit' in den Vordergrund der Anlagestrategie führen wird. In letzter Konsequenz würde das zu einer Renaissance der geschlossenen Immobilienfonds- und Immobilienprojekt- entwicklungsfonds führen.
 
Die nun seit Ende 2008 andauernde Finanz- und Wirtschaftkrise ist die schwerste nach der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre. Nach Ansicht des BDI wird es bis 2014 dauern, bis sich die deutsche Exportwirtschaft erholt haben wird. So ist die Exportwirtschaft in 2009 um 18% geschrumpft, während sie in den Jahren davor, um 8% gewachsen ist. Durch die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Export, ist in 2010 mit einem starken Anstieg sowohl der Unternehmens- als auch der Privatinsolvenzen zu rechnen. 27 Branchen gehen auf einem zum Teil massiven Stellenabbau aus, sodass erst jetzt die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft sichtbar werden. Die Staatsverschuldung erreicht Rekordhöhen und die Geldexpansion schreitet nahezu ungebremst fort, sodass bereits die ersten kritischen Stimmen davor warnen, dass sich eine neue Spekulationsblase bilden könnte, die in ihren Ausmaßen noch größer ist als die Mitte diesen Jahrzehnts. Waren früher Kriege Ursachen für eine enorme „Geldvernichtung“, so sind es heute globale Finanzkrisen. Gerade die vergleichsweise niedrigen Inflationsraten und der damit geringen Erfordernis der Notenbanken zur Verringerung der Geldmenge sowie das ebenso historisch niedrige Zinsniveau sind zusammen einer guter „Nährboden“ für risikoreiche Anlagen. Konkret: Höhere Renditen sind nur durch höhere Risikopositionen erreichbar. Das erklärt letztlich, warum institutionelle Anleger aber auch Banken derivative Anlagen getätigt haben, wodurch sie in großem Umfang „verbriefte Klumpenrisiken“ in die Bilanzen aufgenommen haben. Dabei liegt es nahezu in der „Natur“ der Klumpenrisiken, dass bei Eintritt des Risikofalls durch die extrem positive Korrelation der Anlagepositionen ein maximales Verlustrisiko eintritt. Damit hat die Anlagestrategie von Banken und Finanzintermediären nahezu die Qualität von Spielentscheidungen erreicht, sodass der Vorwurf der Kasinomentalität nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Durch die Krise wurde auch sichtbar, welche Anlagestrategien private Anleger –auch mit relativ kleinen Anlagebeträgenverfolgen. Dabei waren Anlagen in Lehman-Zertifikate oder in Termingeldern bei isländischen Banken nur die Spitze des Eisbergs. Angesichts dieser Entwicklungen müssen sowohl die Wirtschaftswissenschaften, die Politik, die Wirtschaft und die Finanzinstitute, also letztlich wir alle, radikal umdenken. Vor diesem Hintergrund ist die Frage interessant: Gibt es eine Sicherheit für Kapitalanleger?

Dieser Frage geht Univ.-Prof. Dr. jur. habil. Karl-Georg Loritz, Universität Bayreuth, in einem umfänglichen Aufsatz nach. Verschiedene Anlageformen auf der Basis von Kriterien für sichere Kapitalanlagen werden synoptisch untersucht, wobei der Zusammenhang zwischen „Sicherheit“ und der rechtlichen Konstruktion der Anlage ein oft vernachlässigter Aspekt ist.

Der Autor stellt in seinem Aufsatz „Real Equity“ als semantisches Synonym für Anlagesicherheit in den Vordergrund seiner Untersuchungen. Im Ergebnis kommt er zu der Schlussfolgerung, dass durch die Finanzkrise sowohl private als auch institutionelle Anleger wieder die „Sicherheit“ in den Vordergrund der Anlagestrategie führen wird. In letzter Konsequenz würde das zu einer Renaissance der geschlossenen Immobilienfonds- und Immobilienprojektentwicklungsfonds führen. Der Beitrag ist sehr fundiert und regt zu einer kontroversen Diskussion an.
 
Sicherheit für Kapitalanleger – Real Equity als Maßstab
von
Univ.-Prof. Dr. Karl-Georg Loritz, Bayreuth

I. Die Sicherheit bei Kapitalanlagen – ein wesentlicher
II. Qualitätsfaktor in wirtschaftlich turbulenten Zeiten

Kriterien für sichere Kapitalanlagen
1. Investments in Form reiner Sachwerte
2. Immobilien
a) Die Immobilie und ihre wertbildenden Faktoren
b) Der Zusammenhang zwischen Sicherheit und der rechtlichen Seite der Konzeption
c) Die Rolle des Eigenkapitals
III. Vermögenswerte in Form schuldrechtlicher Ansprüche
IV.  Gesellschafterliche Beteiligungen
V. Zwischenergebnis
VI. Real Equity als einfach zu handhabendes Kriterium
1. Der Sicherheitsaspekt aus der Perspektive eines Anlegers
2. Das Eigenkapital (equity) im wirtschaftlichen und rechtlichen Sinn als für die Anlegersicherheit wichtiges, aber nicht ausreichendes Kriterium
3. Real Equity
VII. Praktische Fälle
1. Der geschlossene Immobilienfonds
2. Immobilienprojektentwicklungen
3. Schiffsfonds
4. Dachfonds und andere Fonds mit Investments in schuldrechtliche Positionen
5. Kapitalanlagen mit börsenmäßigen Volatilitäten
6. Geschlossene Fonds mit unternehmerischen Investments
VIII. Ergebnisse
 
Alle wichtigen Daten auf einen Blick
Typ: Trendbericht
Kategorie: Immobilieninvestition
Schwerpunkt: Immobilienfonds
Jahrgang: 01/2010
Anbieter:
Umfang: 16 Seiten, div. Tabellen
und Abb.
 
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