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Innovationspreis 2006 Wissensmangement
Die Revitalisierung von Altbauten im ganzheitlichen Ansatz
Probleme, Chancen und Potentiale, dargestellt am Beispiel Brunkviertel in Ludwigshafen
 
Im Rahmen der Arbeit wird im Allgemeinen auf einen ausgewählten Teil des Altbaubestands in Deutschland Bezug genommen. Betrachtungsgegenstand sind innerstädtische Wohngebiete. Im Speziellen wird eine nach dem Krieg wieder aufgebaute Werksiedlung aus den 30er Jahren betrachtet, das Brunckviertel in Ludwigshafen.
Ziel dieses Ansatzes ist es dabei, durch die Berücksichtigung aller nachhaltig relevanten Einflussfaktoren und Wirkungszusammenhänge, ganz im Sinne der St. Gallener Schule von Hans Ulrich und Gilbert Probst, zunächst die Komplexität derartiger Problemstellungen in einem nachvollziehbaren Problemlösungsprozess zu erfassen.
 
In Deutschland gab es laut Bundesamt für Statistik im Jahre 1998 ca. 37 Mio. Wohneinheiten, von denen ca. 34 Mio. vor 1990 errichtet wurden. Nicht nur der teilweise sanierungs- und modernisierungsbedürftige Zustand der Gebäude und Wohnungen an sich, auch der unverhältnismäßig hohe Energieverbrauch und die damit verbundenen hohen CO2-Emissionen sind nicht mehr zeitgemäß. Bei Altbauvierteln kommen häufig Verkehrs- und Infrastrukturprobleme sowie ein für die Bewohner unattraktives Umfeld hinzu. Derartig problematische Entwicklungen von Wohnquartieren ziehen regelmäßig weitreichende Probleme wie häufige Mieterwechsel, Quartiersflucht und die Konzentration sozialschwacher Bewohnerstrukturen nach sich; Problemviertel mit zunehmend schlechtem Image entstehen und geraten in Abwärtsspiralen. Als Hauptursachen hierfür sind die über Jahrzehnte vernachlässigte Instandhaltung und Modernisierung zu nennen.
Die nachhaltige Modernisierung der Altbaubestände ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Bund, Land, Kommunen, Städten, der Wohnungswirtschaft und Öffentlichkeit gerückt. Gründe hierfür sind veränderte Ansprüche und Bedarfe der Bewohner, Problem- und Umweltbewusstsein, veränderte Rahmenbedingungen durch intensivierte Klimaschutzanstrengungen, die Knappheit und Verteuerung fossiler Brennstoffe und innovative Technologien und Lösungsansätze.
Kurzatmige Sanierungs- und Modernisierungsprogramme haben die komplexen Problemstellungen in der Vergangenheit nicht lösen können, sofern diese überhaupt erkannt oder berücksichtigt wurden. Nachhaltig die Attraktivität von Altbauten und Wohngebieten wiederherzustellen und zu sichern, verlangt vielmehr ganzheitliche Ansätze, die sowohl die Modernisierung der Gebäude, der Wohnungszuschnitte und technischen Standards umfassen als auch gleichzeitig eine zeitgemäße Neugestaltung der Verkehrs- und Infrastruktur und des gesamten Wohnumfelds.
Derartig aufeinander abgestimmte integrierte Programme und Maßnahmen, die gleichzeitig die Wohn- und Lebensqualität der Bewohner und die Substanzerhaltung der Gebäude nachhaltig verbessern, werden in der vorliegenden Arbeit als Revitalisierung verstanden. Am Praxisbeispiel der Revitalisierung des Brunckviertels in Ludwigshafen, einer Werkssiedlung der BASF AG aus den 30er Jahren, wird der pragmatische ganzheitliche Ansatz dargestellt und bewertet. Er beruht auf dem Selbstverständnis des projektführenden Wohnungsunternehmens und wurde aufgrund vielfältiger Projekterfahrungen erfolgreich weiterentwickelt. Ziel dieses Ansatzes ist es dabei, durch die Berücksichtigung aller nachhaltig relevanten Einflussfaktoren und Wirkungszusammenhänge, ganz im Sinne der St. Gallener Schule von Hans Ulrich und Gilbert Probst, zunächst die Komplexität derartiger Problemstellungen in einem nachvollziehbaren Problemlösungsprozess zu erfassen.
Darauf aufbauend folgen die Erarbeitung alternativer Lösungsmöglichkeiten und deren gesamthafte Beurteilung, letztlich gemessen an ihrer nachhaltigen Zukunftsfähigkeit. Dies geschieht unter Einbeziehung aller relevanten Einflussfaktoren und schließlich erfolgt die Ableitung entsprechend vernetzter Umsetzungsstrategien und Maßnahmen und die Realisierung auf Grundlage eines entsprechenden Projektmanagements und begleitender offener Kommunikation mit allen relevanten Zielgruppen.
Abgrenzung des Themas:
Im Rahmen der Arbeit wird im Allgemeinen auf einen ausgewählten Teil des Altbaubestands in Deutschland Bezug genommen. Betrachtungsgegenstand sind innerstädtische Wohngebiete. Im Speziellen wird eine nach dem Krieg wieder aufgebaute Werksiedlung aus den 30er Jahren betrachtet, das Brunckviertel in Ludwigshafen. Die Besonderheiten von Altbaubeständen anderer Baualtersstufen werden nur am Rande betrachtet. Nicht näher eingegangen wird auf historische Altbauten, deren Sanierung und Modernisierung unter besonderer Berücksichtigung von Denkmalschutzaspekten erfolgen muss.

Inhaltsverzeichnis:
INHALTSVERZEICHNIS II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
1. EINFÜHRUNG 1
1.1 Gegenstand der Untersuchung 1
1.2 Abgrenzung des Themas 2
1.3 Definitionen 3
1.4 Ziele der Arbeit 4
1.5 Methode und Aufbau 4
2. GRUNDLAGEN DER ALTBAUMODERNISIERUNG 6
2.1 Ganzheitliche Bestandsaufnahme 6
2.1.1 Grundsätze der Bestandsaufnahme 6
2.1.2 Maßliche Bestandsaufnahme 8
2.1.3 Technische Bestandsaufnahme 9
2.2 Typische Heizwärmeverluste verschiedener Baualtersstufen 10
2.3 Schadensbilder 13
2.3.1 Bauschadensbericht der Bundesregierung 13
2.3.2 Schadensbilder nach Baualtersstufen 14
2.4 Problemfelder von Wohnsiedlungen 14
2.5 Methoden der Wirtschaftlichkeitsberechnung und Finanzierungsaspekte 15
2.6 Energetische Altbaumodernisierung 17
2.6.1 Hemmnisse 17
2.6.2 Baumaßnahmen in altbauverträglicher Form 18
2.6.3 Behutsame Altbaumodernisierung 19
2.6.4 Die wichtigsten Dämmmaßnahmen im Überblick 20
2.6.5 Lüftung 24
2.6.6 Heizung 25
2.6.7 Bedeutung rechtlicher Grundlagen 26
3. REVITALISIERUNGSKONZEPT FÜR DAS BRUNCKVIERTEL 27
3.1 Ausgangssituation 27
3.2 Die Initiatoren und Partner 28
3.2.1 Die LUWOGE / GEWOGE Ludwigshafen 28
3.2.2 Der Know-how Verbund 30
3.3 Zielsetzung der Revitalisierung 32
3.4 Vorstudie und Analyse 33
3.4.1 Grunddaten 34
3.4.2 Bautechnisches Gutachten 36
3.4.3 Die Brunckviertel Studie 36
3.4.4 Weitere Erhebungen 37
3.5 Planung und Konzeption 38
3.5.1 Konzeptübersicht 39
3.5.2 Das energetische Konzept 41
3.5.3 Das Verkehrskonzept 43
3.5.4 Umfeldgestaltung 44
3.5.6 Zeitplanung 46
3.5.7 Kostenschätzung 47
3.5.8 Wirtschaftlichkeit 48
4. UMSETZUNG DES KONZEPTES 51
4.1 Projektmanagement und Steuerung 51
4.2 Bauabschnitte 52
4.3 Revitalisierungsmaßnahmen 54
4.3.1 Wohnumfeld und Verkehr 54
4.3.2 Modernisierungsmaßnahmen am Beispiel 3L-Haus 56
4.3.2.1 Übersicht 56
4.3.2.2 Wärmedämmung 57
4.3.2.3 Fenster 61
4.3.2.4 Lüftung 62
4.3.2.5 Heizung / Die Brennstoffzelle 63
4.3.2.6 Latentwärmespeicher 64
4.3.2.7 Vergleich 3L / 7L Variante 65
4.3.2.7.1 Die wesentlichsten Unterschiede 65
4.3.2.7.2 Kostenvergleich 65
4.4 Wissenschaftliche Begleitung für das 3L-Haus 66
5. ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE 69
5.1 Erfolgsfaktoren 69
5.2 Das Arbeiten in Netzwerken und Kooperationen 71
5.3 Problemfelder 73
5.4 Resonanz von Öffentlichkeit und Interessengruppen 73
5.5 Wirtschaftlichkeit 74
5.6 Persönliche Bewertung 76
6. AUSBLICK 79
6.1 Potenziale und wirtschaftliche Bedeutung 79
6.2 Überwindung aktueller Hemmnisse 80
6.3 Förderung 81
6.4 Zukunftsperspektiven und Chancen 84
6.5 Das Europäische Netzwerk nachhaltiger Stadtentwicklungsprojekte (SUREURO) 85
7. ZUSAMMENFASSUNG 86
LITERATURVERZEICHNIS
ANHANG V
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG VI
 
Alle wichtigen Daten auf einen Blick
Typ: Diplomarbeit
Kategorie: Stadtentwicklung
Schwerpunkt: Fallstudie
Artikelnr.: 30007371
Jahrgang: 03/2003
Anbieter: Diplomica Verlag GmbH
Umfang: 101 Seiten
Note: 2,0
Art der Hochschule: Fachhochschule
 
Verfügbare Formate: Netto-Preis:  
124,37 €
138,32 €
147,66 €
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